Kundenrezension von Mondschatten
Die Streuner: "Gebet eines Spielmanns"
von Martin Hoyer
Würde jemand von mir erwarten,
daß optimale Hörumfeld für dieses Album anzugeben, würde ich sagen:
Eine kleine, urgemütliche Kneipe, mit Gleichgesinnten bei einem gepflegten
Bierchen und in entsprechender Bierlaune. Geboten werden
Gute-Laune-Titel für all jene, denen der Deutsche Schlager
und/oder grenzdebile Fetenhits zu hohl und mit zu wenig Biß gesegnet sind.
Der historisch-traditionelle Anspruch ist bei den Streunern wesentlich
geringer als bei vergleichbaren Formationen,
auch wenn die entsprechenden Instrumente verwandt werden.
Die Arrangements sind eher modern, jedoch bemüht,
ein wenig vom Flair vergangener Zeit einzufangen; abgeschmeckt
wird das Ganze mit einer tüchtigen Portion teils feinsinnigen,
teils frivolen Humors in den Texten, die man sich durchaus im
Repertoire von Troubadouren vorstellen kann.
Als Anspieltips bieten sich die Titel „Gebet eines Spielmanns“
(welcher in einer kurzen und einer längeren, stärker
instrumentalisierten Fassung vorliegt), „Halunken“ und
„Scherenschleiferweise“ an. Inhaltlich erleben wir ein buntes
Potpourri eventuell bekannter, jedoch neu arrangierter Stücke,
wie beispielsweise das namengebende „Gebet eines Spielmanns“,
„In jedem vollen Becher Wein“, aber auch kleine Bosheiten
im Stile der „Zehn Orks“, die nach altbekanntem System einer
nach dem anderen dezimiert werden.
Fazit:
Das Album ist durch sein stringent durchgezogenes Konzept sehr
festgelegt, was der Abwechslung ein wenig schadet,
es aber für den oben in aller Kürze umrissenen Zweck perfekt
geeignet erscheinen läßt. Wie so häufig in diesem Umfeld
bietet das Album einen guten Überblick dessen,
was man live erwarten darf, so sich die Gelegenheit ergibt.

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