2.CD - Schnorrer, Penner, Schräge Narren

2.CD - Schnorrer, Penner, schräge Narren

im Folker!, Nr. 2/März-April 2001

Die Streuner: "Schnorrer, Penner, schräge Narren"

von Ulrich Joosten

Auf ihrer zweiten CD bleiben die Streuner ihrer Linie treu: satt arrangierte und professionell produzierte „Best of Deutschfolk“-Stücke, vom „Schlemmer“ über „Chevalier de la table Ronde“ bis zum „Pater Gabriel“ („War einst ein Karmeliter“).

Dass in der Trackliste auch die berüchtigte „Lindenwirtin“ auftaucht (genau, jene, die „keinen Tropfen im Becher mehr“ hat), lässt zunächst das Schlimmste befürchten, aber dann stellt sich heraus, dass man mit einer neuen Melodie auch solchen ollen Kamellen neue Qualitäten abgewinnen kann. Seit ihrer ersten CD (s. Folker! 5/99) hat die Band, bestehend aus Roland Kempen (Laute, Schellen, Gesang), Carsten Hickstein (Laute, Chalumeau[, Gesang]), Miriam Petzold (Geige, Schellen, Gesang) und Martin Seifert (Cister, Gesang) weiter an Profil gewonnen, die Arrangements der Instrumente und der Gesang klingen abwechslungsreicher – fetzig sowieso, und erneut fällt das exquisite Geigenspiel von Miriam Petzold [und den Gebrüdern Vincent und Yukio Fröhlich] auf. Nach dem Hören ihrer ersten CD hatte ich schonmal den Wunsch, die Truppe mal live zu hören. Hat noch nicht geklappt, aber es täte mich schon jucken, den Eindruck der CD mit einem Live-Auftritt (vorzugsweise in einer Kneipe) zu vergleichen. Schade übrigens, dass die CD kaum Infos zu Instrumenten und Stücken enthält.

 

in der PAX ET GAUDIUM, Nr. 1/NOVEMBER 2000

Die Streuner "Schnorrer, Penner, schräge Narren"

von MarS

Endlich ist es soweit. Zur richtigen Zeit - noch bevor man sich an der erfolgreichen letzten CD "Wein, Weib und Gesang" satt hören konnte - haben die "Streuner" ihre neue "discus digitalis" auf den Markt gebracht. Mit "Schnorrer, Penner, schräge Narren" wird nicht nur die Reihe an stimmungsvoll frechen Sauf- und Raufliedern fortgesetzt, sondern auch mit romantischen Balladen erweitert. Auch die Wahl der Instrumente spricht für eine gute Entwicklung der dynamischen Gruppe, die durch ihren mitreißenden Stil bei Live-Auftritten vor vielen Jahren bekannt wurde. So finden sich im harmonischen Zusammenspiel zwei Geigen und Cello sowie Chalumeau und Flöte, die sinnvoll Farbe ins Spiel der Lautenklänge bringen. Ein Lob auch an die zahlreichen Gastmusiker, die bei dieser Produktion einfühlsam mitgewirkt haben.
   Anders als bei der ersten CD gestaltet die vierköpfige Gruppe mit klangvollem, mehrstimmigen Gesang ihr Repertoire abwechslungsreicher und farbenfroher. Ein gelungenes Konzept! Fazit: diese runde Produktion bringt nicht nur riesigen Hörspaß, sie entführt uns in die rauhe Zeit der Söldner, Bauern und Pfaffen.

 

im FolkMagazin Nr. 231

Schnorrer, Penner, schräge Narren - Die Streuner

Sie singen Lieder der fahrenden Zunft + dabei auch jugendbewegte Lieder. Eine Lieder-CD, wie ich sie mir wünsche. Die Lindenwirtin, der Schlemmer, die Hexe, der Bauer aus dem Odenwald, Lumpen, Räuber, Martinsgans, Söldnerschwein, Pater Gabriel...u.v.m. Interessant für alle Gruppen, die zusammen singen. Wegen der Lieder, der Vitalität + und der Musikalität eine großartige CD.

 

von www.lorp.de

von Stefan Sauerbier

Schnorrer, Penner, schräge Narren - Die Streuner

Nach Wein, Weib und Gesang haben Die Streuner nun ein neues Album produziert, welches man leider nicht im regulären Handel, aber dafür über die vorliegende eMail-Adresse erhalten kann.
Direkt mit dem ersten Lied wird man von der fröhlichen und beschwingten Melodie in die Vergangenheit entführt. Man kann sich wunderbar vorstellen, wie die Musik im Mittelalter war und damit ist nicht die kirchliche Musik gemeint. Vielmehr findet man hier Lieder des gemeinen Volkes, welche in der Regel von rastlosen Musikern verbreitet wurden um Bauern oder Arbeitern den Alltag ein wenig zu erleichtern. Wenn man sich die Lieder der CD anhört wird einem sehr schnell klar, warum die Gruppe den Namen Die Streuner gewählt hat. :-)
Die Lieder handeln von Nöten und Träumen des gemeinen Volkes. Die Themen reichen von leeren Geldbeuteln, sexuellen Phantasien von Bauern, Festgelagen bis hin zu derben Geschichten über die gottfernen Ansichten eines zum Tode verurteilten, Söldnerliedern und der Einstellung zur Kirche. Letzteres wird zum Beispiel sehr deutlich im Lied Pater Gabriel in dem es um einen lüsternen Pater geht, der die erste Beichte der jungen Anna gleich mit einer Entjungferung verbindet.
Mit Schnorrer, Penner, schräge Narren! gelingt es den Streunern wunderbar ein breites Spektrum an unzähligen Nuancen des bäuerlichen Alltags abzudecken. Mit den teils derben, teils klaren Stimmen und den hell und klar gespielten Instrumenten entreißen sie den Hörer in eine längst vergange Welt und machen einfach Lust auf mehr. Mal schelmisch, mal ironisch oder rüpelhaft inspirieren Die Streuner ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen zum Mitsingen und lassen einem das Herz höherschlagen.
LIVE-Rollenspielern und Liebhabern von mittelalterlich angehauchter Musik kann ich Schnorrer, Penner, schräge Narren! nur empfehlen! Egal in welcher Stimmung man gerade ist: man wird fröhlich und beschwingt. Um den einen oder anderen Ohrwurm kommt man auch nicht herum. :-)